
Fördermittel für Existenzgründer – Überblick und Tipps
Damit Ihnen mit einer guten Geschäftsidee der Markteinstieg auch wirklich gelingt, benötigen Sie eine Finanzierung. Egal ob Sie dabei Eigen- oder Fremdkapital verwenden – eine gute Finanzplanung ist wichtig. Denn zu den häufigsten Gründen für ein Scheitern gehören Fehler bei der Liquiditätsplanung. Kommt es hier zu einem Engpass, ist das Scheitern oft nicht weit. Lassen Sie sich daher bei der Planung der Finanzierung am besten frühzeitig von den STARTERCENTER NRW zum Thema Fördermittel für Existenzgründer beraten. Diese informieren Sie über öffentliche Förderprogramme, prüfen Ihr Finanzkonzept und geben Ihnen Tipps für das Bankgespräch.
Hier geben wir Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Finanzierung und Förderprogramme:
Ihr Fahrplan in die Selbstständigkeit
Die Finanzplanung hilft Ihnen bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit Ihrer Gründung. Stellen Sie den erwarteten Kosten Ihre geplanten Erträge gegenüber und prüfen Sie, ob die Kosten die Erträge übersteigen oder umgekehrt. Sie erkennen damit leichter, wann Sie voraussichtlich in die Gewinnzone kommen und wie es in der Anfangsphase um Ihre Zahlungsfähigkeit steht. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Instrumente ihrer Finanzplanung vor.
Ermitteln Sie Ihren Kapitalbedarf
Die Ermittlung des Gesamtkapitalbedarfs bildet die Grundlage einer guten Gründungsfinanzierung. Wichtig ist dabei die Trennung zwischen kurz- und langfristigem Kapitalbedarf. Grundsätzlich sollte langfristiger Kapitalbedarf langfristig finanziert werden (neben Eigenkapital z.B. über Kredite mit langer Laufzeit) und kurzfristiger Kapitalbedarf kurzfristig (z.B. Kontokorrent oder geförderte Betriebsmitteldarlehen). Der langfristige Kapitalbedarf resultiert aus allen Sachinvestitionen wie Grundstücken, Gebäuden, Renovierungskosten, Maschinen, Fahrzeugen, Büroeinrichtung und Erstausstattung von Waren- und Materiallagern. Denken Sie auch an Folgeinvestitionen in der Nachgründungszeit und rechnen Sie Nebenkosten wie Notargebühren oder die Grunderwerbsteuer mit ein. Planen Sie umfassend und realistisch, denn eine spätere Nachfinanzierung ist schwer. Wo können Sie einsparen? Können Sie Investitionen auf später verschieben oder die Anschaffungskosten durch den Kauf von gebrauchten Maschinen senken? Interessant kann auch Leasing als Alternative zum Kauf von Investitionsgütern sein. Achten Sie immer auf genügend finanziellen Spielraum für unvorhergesehene Investitionen. Der kurzfristige Kapitalbedarf besteht aus allen laufenden betrieblichen Kosten – den Betriebsmitteln. Darunter fallen Miete für Büro- und Gewerberäume, Personalkosten, Werbeaufwand, Forschung und Entwicklung, Markterschließungskosten, die Vorfinanzierung von Aufträgen oder die Einräumung von Zahlungszielen.
Das Herz Ihres Konzeptes: die Umsatz- und Ergebnisplanung
Stellen Sie Ihren Umsätzen die betrieblichen Aufwendungen gegenüber und ermitteln Sie das Betriebsergebnis eines Jahres. Mit dieser Planung versuchen Sie den späteren Unternehmenserfolg einzuschätzen. Sie ist die Grundlage Ihrer Entscheidung für oder gegen die Selbstständigkeit. Planen Sie die ersten drei Geschäftsjahre. Um auch saisonale Schwankungen einzubeziehen, können Sie zunächst monatlich oder quartalsweise vorgehen und daraus die Jahreswerte ermitteln. Bedenken Sie bei der Umsatzerwartung, aber auch bei den Kosten, alle möglichen Einflüsse wie Veränderungen in der Kundenstruktur, Konkurrenzverhalten, Kosten des Wareneinkaufs und Verzögerungen von Auftragseingängen. Wichtig ist eine realitätsnahe Planung, das heißt, nicht mit optimistischen, sondern mit vorsichtigen Werten zu rechnen. Planen Sie neben dem erwarteten Geschäftsverlauf unbedingt auch den ungünstigen Verlauf. Mit der Gewinnschwellenrechnung ermitteln Sie Ihren Mindestumsatz, der Ihre fixen und variablen Kosten deckt. Besonders sollten Sie Ihre persönlichen Kosten (Lebenshaltung) beachten. Je nach Rechtsform fällt im Personalaufwand ein Geschäftsführergehalt (GmbH) an oder es ist ein entsprechend hoher Gewinn notwendig, der bei einer Einzelfirma für Entnahmen zum Lebensunterhalt zur Verfügung steht.
Ihr oberstes Ziel: liquide bleiben
Die Umsatz- und Ergebnisplanung bezieht sich starr auf ein Geschäftsjahr. Unterjährig entstehen ganz andere Zahlungs- und Finanzströme, die sich auf Ihre Zahlungsfähigkeit auswirken. Es ist für Ihr Unternehmen existenziell, die Liquidität immer aufrecht zu halten. Zahlungsprobleme begrenzen Ihre Handlungsmöglichkeiten und können zum Konkurs führen. Denken Sie in der Anlaufphase an den Materialeinkauf, halbfertige Arbeiten und Zahlungsziele, die Sie Ihren Kunden einräumen. Die Planung sollte saisonale Schwankungen und ein angemessenes Wachstum berücksichtigen. Vergessen Sie besondere Zahlungstermine nicht (z.B. Steuerzahlungen). Genauso wie die Umsatz- und Ergebnisplanung können Sie auch die Liquiditätsplanung als Kontrollinstrument für einen Soll-Ist-Vergleich nutzen. Hier wird die Planung mit dem tatsächlichen Saldo Ihres Geschäftskontos bzw. Ihrer Kasse verglichen. Dadurch ist die Kontrolle einfacher und schneller. Bei Abweichungen oder drohender Illiquidität müssen Sie Gegenmaßnahmen treffen. Oft können schon schnellere Rechnungsstellung, ein funktionierendes Mahnwesen oder die Inanspruchnahme von Factoring, die Gewährung von Skonti und die Nutzung von längeren Zahlungszielen der Lieferanten helfen.
Weitere Informationen
Weiterführende Informationen und Planungshilfen finden Sie auf der Homepage der KfW-Mittelstandsbank unter www.kfw-mittelstandsbank.de
Der Leitfaden zur Erstellung eines Geschäftsplanes zur Gründung eines Kleinstunternehmens enthält tabellarische Beispiele für eine Finanz- und Liquiditätsplanung. Diesen finden Sie in unserem Servicebereich als Download.
Zentrale Förderplattform in Nordrhein-Westfalen ist die NRW.BANK. Im Internet unter www.nrwbank.de finden Sie erste Informationen zu den in Frage kommenden Förderprogrammen. Weitere Informationen über die Förderangebote und Finanzierungsmöglichkeiten erhalten Sie zudem bei den Beraterinnen und Beratern der STARTERCENTER
NRW. Und nicht zuletzt steht Ihnen die Förderberatung der NRW.BANK für Antworten auf Ihre Fragen zur Verfügung.
Öffentliche Förderprogramme müssen Sie bei Ihrer Hausbank – also einer Bank oder Sparkasse Ihrer Wahl – beantragen. Meist ist Ihre kontoführende Bank oder Sparkasse die Hausbank. Über diese werden die Fördermittel später auch zugesagt und ausgezahlt. Grundsätzlich gilt für öffentliche Förderprogramme dasselbe wie für Ihren
privaten Gründungskredit: Ihr Unternehmenskonzept und Ihre Gründerpersönlichkeit müssen den Bankberater überzeugen! Nur wenn sich Ihre Hausbank grundsätzlich für die Finanzierung des Vorhabens entschieden hat, leitet sie den Förderantrag an die Förderbank weiter. Daher ist eine gute Vorbereitung des Finanzierungsgesprächs auch für den Förderantrag unerlässlich. Hierzu bieten die STARTERCENTER NRW Gründerinnen und Gründern sowie jungen Unternehmen umfassende Unterstützung an. Nutzen Sie deshalb vor dem Gang zur Bank oder Sparkasse diese kostenlosen Erstinformations- und Beratungsangebote! Nur mit einem durchdachten und überzeugenden Geschäftskonzept und einer guten Vorbereitung sollten Sie das Gespräch mit Ihrer Bank oder Sparkasse suchen.
Es gilt der Grundsatz: Erst Förderung beantragen, dann investieren. Nach Beginn des Vorhabens wird in der Regel keine Förderung mehr zugesagt. Für finanzielle Verpflichtungen, die schon vorher eingegangen wurden – wie Kauf-, Liefer-, oder Bauanträge gibt es nachträglich keine Förderung. Umso wichtiger ist, dass Sie sich vor Ihrem ersten Finanzierungsgespräch bei Ihrer Hausbank über Fördermöglichkeiten informieren und diese zur richtigen Zeit ins Gespräch einbringen.
Fragen Sie unbedingt nach den Gründen! Liegt der Grund in nicht ausreichenden Sicherheiten, können Haftungsfreistellungen oder öffentliche Bürgschaften helfen. Ist die Ablehnung durch ein unzureichendes Rating Ihres Vorhabens begründet, ist in der Regel
eine kritische Prüfung des Geschäftsmodells notwendig. Oft ist es auch sinnvoll, mit mehreren Kreditinstituten zu verhandeln. Prüfen Sie auch, ob Sie Ihre Eigenkapitalbasis stärken können, zum Beispiel mithilfe von Familie, Freunden oder weiteren Geschäftspartnern. Bei überzeugenden Unternehmenskonzepten können private Kapitalgeber – sogenannte Business Angels – die Eigenkapitalbasis stärken und das Rating und damit die Finanzierungsbereitschaft der Hausbank verbessern. Bei Gründungen mit überdurchschnittlichen Ertragsaussichten bietet sich
auch der Kontakt zu Kapitalbeteiligungsgesellschaften an.

